Beratungsstelle vom Mädchenhaus Bielefeld e.V. zeigt sich auf Jahnplatz

10.04.2019

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne 100% Beratung der BKSF informierten die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen des Mädchenhaus Bielefeld e.V. am 04.04.2019 von 14 bis 18.00 Uhr am Jahnplatz über ihre konkrete Arbeit und Erfahrungen in Bielefeld. Außerdem hat die Beratungsstelle betroffene Mädchen und junge Frauen und lokale Unterstützer*innen und Persönlichkeiten gebeten, darüber zu sprechen, was die Beratungsstelle für sie bedeutet. Welche Erfahrungen sie gemacht haben, welchen Stellenwert die Einrichtung vor Ort hat, dass Betroffene Unterstützung und Fachberatungsstelle eine sichere Finanzierung brauchen. Alle Statements und Bilder finden Sie hier.

Die Kampagne will zum einen darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Arbeit der spezialisierten Beratungsstellen für die Betroffenen von sexualisierter Gewalt ist und zum anderen, dass für die meisten Fachberatungsstellen keine 100%- Finanzierung des Beratungsangebotes gegeben ist, sondern die jeweilige Lücke über aufwendige Spendenakquise ausgeglichen werden muss.

Auch das Mädchenhaus Bielefeld muss jährlich die Differenz zwischen den erforderlichen Sach- und Personalkosten und den erhaltenen kommunalen- und Landesmitteln für die Beratungsstelle über Spendengelder ausgleichen.

Die Anzahl der von sexualisierter Gewalt betroffenen Mädchen und jungen Frauen ist in der Beratungsstelle über die Jahre hinweg gleichbleibend hoch. Nach wie vor erleben Mädchen und junge Frauen sexualisierte Gewalt durch enge Bezugspersonen wie Vater oder Stiefvater, durch andere Familienangehörige, durch Personen mit Schutzauftrag wie Lehrer und Trainer, durch Fremdtäter oder durch Gleichaltrige wie z.B. Mitschüler, Bekannte oder (Ex-)Freunde.

Nicht erst der Fall vom Campingplatz in Lügde macht deutlich, wie wichtig es ist, wachsam zu sein und zu bleiben, wenn es um Anzeichen von möglicher sexualisierter Gewalt geht und sich lieber einmal mehr als einmal zu wenig z.B. an spezialisierte Beratungsstellen zu wenden. Immer noch können Unwissenheit, Tabus oder „nicht genaues Hinsehen“ Täter und Täterinnen schützen.

Daher ist es der Bielefelder Beratungsstelle seit jeher wichtig, sowohl das Thema sexualisierte Gewalt als auch die Hilfsangebote über Öffentlichkeitsarbeit online und offline präsent zu halten für (potentiell) Betroffene, für Unterstützungspersonen bzw. für potentiell wachsame und achtsame Bürger_innen.